Diagnose Leukämie

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Leukämie

Leukämie, auch als Blutkrebs bekannt, ist eine der heimtückischsten Krankheiten überhaupt. Sie kann jeden treffen, niemand ist davor gefeit, und geht uns daher alle an. Leukämie ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems und zeichnet sich durch die vermehrte Bildung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und insbesondere ihrer funktionstüchtigen Vorstufen aus. Diese Leukämiezellen breiten sich im Knochenmark aus, verdrängen dort die übliche Blutbildung und treten in der Regel auch stark vermehrt im peripheren Blut auf. Peripheres Blut umfasst im weitesten Sinne alle Blutzellen, die nicht in den blutbildenden Organen (v.a. Knochenmark) sind. Im engeren Sinne werden hiermit die Blutzellen in den Blutgefäßen bezeichnet. Leukämiezellen können Leber, Milz, Lymphknoten und weitere Organe infiltrieren und dadurch deren Funktionen beeinträchtigen.

Bei Leukämie gibt es zahlreiche Untergruppen. Im Wesentlichen unterscheidet man chronische und akute Formen. Chronische Leukämien verlaufen zumeist schleichend, häufig über mehrere Jahre und müssen nicht in jedem Stadium therapiert werden. Akute Leukämien dagegen verschlimmern sich rasch und müssen schnell und intensiv behandelt werden. Auch bei gefährlichen, akuten Leukämien gibt es mehrere Untergruppen, die eine unterschiedliche Therapie notwendig machen. Einem Teil der Patienten kann durch Chemo- und Strahlentherapie geholfen werden. Für viele Patienten aber ist die Übertragung gesunder Stammzellen, im Volksmund eher bekannt als „Knochenmarktransplantation“, die einzige Hoffnung auf LEBEN.  

Eine Übertragung von Stammzellen ist erst dann möglich, wenn ein geeigneter Spender gefunden wurde. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen einer Transplantation ist die nahezu hundertprozentige Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Spender und Patient. Für ein Drittel der Patienten, die eine Transplantation benötigen, erfüllt sich die Hoffnung auf Lebensrettung durch die Stammzellspende eines Verwandten. Für alle anderen beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, rechtzeitig einen geeigneten Fremdspender zu finden. Mit einem Ziel: LEBEN.

Die Stammzellen Transplantation

Spenden von Knochenmark- oder Blutstammzellen

Ein geeigneter Spender muss die gleichen Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) haben wie der Leukämiepatient. Da Gewebemerkmale von Eltern an Kinder vererbt werden – und es sehr viele unterschiedliche HLA-Merkmale gibt – sind häufig Geschwister mögliche Spender. Da Familien in Deutschland immer kleiner werden, benötigen immer mehr Patienten eine Stammzellspende eines Fremdspenders. Je mehr es davon gibt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, einen passenden zu finden.

Für die Blutstammzellenentnahme gibt es zwei Möglichkeiten:

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1. Möglichkeit: Die Entnahme von Stammzellen aus dem peripheren Blut

Dieses Verfahren ist heutzutage die vorwiegend angewandte Methode. Die zur Transplantation benötigten Stammzellen werden aus dem Venenblut des Spenders gewonnen. Dazu muss die Zahl der Stammzellen im Blut erhöht werden, was eine viertägige Vorbehandlung des Spenders mit dem Botenstoff G-CSF erforderlich macht. Zweimal täglich wird das Medikament unter die Haut gespritzt. Es bewirkt, dass Stammzellen vom Knochenmark in das periphere Blut übertreten. Zur eigentlichen Stammzellgewinnung wird ein spezielles Verfahren (Stammzellapherese) genutzt: Das Blut des Spenders wird in einem ständigen Kreislauf aus einer Armvene durch einen Zellseperator geleitet und wieder zurückgeführt. Die Stammzellseparation dauert vier bis fünf Stunden. In einigen Fällen muss sie am folgenden Tag wiederholt werden, um die benötigte Menge von Stammzellen zu erhalten. Die Spende wird ambulant durchgeführt. Es ist also kein stationärer Aufenthalt mit operativem Eingriff und Narkose erforderlich.

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2. Möglichkeit: Die Entnahme von Stammzellen durch Punktion des Beckens

Diese Methode wird heute nur noch selten angewandt. Um die Knochenmarkzellen schmerzlos entnehmen zu können, erhält der Spender eine Vollnarkose. Das Knochenmark lässt sich am besten aus dem Beckenkamm entnehmen – die Entnahme dauert etwa eine Stunde. Die entnommene Menge wird im Körper innerhalb weniger Wochen nachgebildet. Der Begriff Knochenmark sollte übrigens nicht mit dem Rückenmark verwechselt werden. Während Knochenmark blutbildendes Gewebe ist, das in bestimmten Knochen vorkommt, liegt Rückenmark im Wirbelkanal, ist Teil des Nervensystems und kann nicht transplantiert werden.

Was sind die ersten Anzeichen für den Erfolg einer Stammzelltransplantation?

Nach circa zwei bis vier Wochen gibt der Anstieg der weißen Blutkörperchen erste Anhaltspunkte, ob die neuen Stammzellen ihre Aufgabe erfüllen und gesunde Blutzellen bilden. Der Zeitraum nach der Übertragung stimulierter peripherer Stammzellen ist kürzer als nach einer Knochenmarkübertragung. Ein wichtiger Grund, warum die Stammzellspende aus dem peripheren Blut die Knochenmarkentnahme weitgehend verdrängt hat.

Was wird mit Blutübertragung erreicht?

Das Ziel jeder Leukämiebehandlung ist die Entfernung der bösartigen Zellen aus dem Knochenmark. Dabei werden auch gesunde Blutzellen geschädigt, deren Ersatz durch Bluttransfusionen über einen gewissen Zeitraum unvermeidbar ist. Gespendet werden rote Blutkörperchen (Erythrozytenkonzentrate), Blutplättchen (Thrombozytenkonzentrate) und Bluteiweißpräparate (Frischplasmen, Gerinnungsfaktoren). Die Zufuhr der Fremdblutpräparate ist für den Patienten lebensnotwendig. Nebenwirkungen sind dabei selten.